Bewusste Elternschaft beginnt nicht beim Kind – sondern bei Dir.
- biancaerbas
- 5. Mai 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Juli 2025

Bewusste Elternschaft beginnt nicht beim Kind – sondern bei dir
Ich wollte alles richtig machen.
Bindungsorientiert. Bedürfnisorientiert. Liebevoll.
Ich hatte so viel gelesen, so viel verstanden – über sichere Bindung, emotionale Begleitung, Selbstregulation. Ich wusste, was ein Kind braucht, um sich sicher und geliebt zu fühlen.
Ich war bereit. Dachte ich.
Und dann kam der Alltag.
Mitten in der Nacht stillen, ein Baby, das nicht abgelegt werden will, keine Pausen, keine Luft zum Atmen.
Ich war erschöpft. Reizbar. Ich habe geschrien.
Und dann kam die Scham.
Ich hatte so viel über kindliche Bedürfnisse gelernt – aber meine eigenen völlig übersehen.
Ich wusste nicht, wo meine Grenze ist, bis ich drüber ging.
Ich wusste nicht, wie sich echte Wut anfühlt, bis sie mir entglitt.
Ich wusste nicht, wie sehr ich selbst Verbindung brauche – nicht nur zu meinem Kind, sondern zu mir.
Und ich erkannte:
Bewusste Elternschaft beginnt nicht beim Kind. Sie beginnt in uns.
Wenn wir Kinder wollen,
die sich selbst lieben,
die sich zeigen dürfen – mit Wut, Trauer, Freude, Angst –
die wissen, was sie brauchen und dafür einstehen können,
dann müssen wir uns selbst zuerst begegnen.
Wir müssen hinsehen. Fühlen.
Unsere eigenen inneren Kinder wahrnehmen.
Unsere Wut verstehen, statt sie zu unterdrücken.
Unsere Tränen zulassen, statt sie wegzuerziehen.
Unsere Geschichten ehren, statt sie zu verstecken.
Ich arbeite heute mit Müttern, die an genau diesem Punkt stehen.
Die laut werden, obwohl sie liebevoll sein wollen.
Die funktionieren, obwohl sie sich nach Lebendigkeit sehnen.
Die ihr Kind verstehen – aber sich selbst nicht mehr spüren.
Mit systemischen Aufstellungen, Meditationen und Gesprächen für einen Raum, für ehrliche Gefühle, mit Impulsen, die wirklich etwas bewegen.
Denn Heilung beginnt nicht im Kopf, sondern in der Tiefe.
Im Erkennen. Im Fühlen. Im Zulassen.
Und in der Entscheidung: Ich will es anders machen – und zwar bei mir.
Es geht nicht um Perfektion.
Es geht um Echtheit.
Es geht um dich.
Und um dein Kind.

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